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FB vom 01.07.2011, Heft 07-08 , Seite 1 - 1

Liebe Leserinnen und Leser,


mangelnden Fleiß kann man dem IASB sicherlich nicht vorwerfen, denn nachdem im Mai das umfangreiche Projekt zur Konzernbilanzierung mit der Veröffentlichung fünf neuer Standards abgeschlossen werden konnte, erfolgte im Juni der lang erwartete Abschluss des Projekts zur Änderung der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen. Die wesentliche Änderung besteht in der zukünftig allein erlaubten GuV-neutralen Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten und der damit verbundenen Abschaffung der GuV-wirksamen Erfassung solcher remeasurements bzw. der Anwendung der sog. Korridormethode. Ob dem Standardsetzer mit den verabschiedeten Änderungen ein großer Wurf gelungen ist, bleibt abzuwarten. Die Bilanzierer werden sich jedenfalls erneut mit umfangreichen Implementierungsarbeiten konfrontiert sehen, wobei weitere zentrale Bilanzierungsfelder wie die Ertragserfassung oder die Bilanzierung von Leasingverhältnissen ebenfalls noch in diesem Jahr umfangreichen Reformen entgegensehen.

Mit der Bilanzierung gemeinschaftlicher Vereinbarungen nach IFRS 11 beschäftigen sich Prof. Dr. Karlheinz Küting und Christoph Seel in Ihrem Beitrag. Sie zeigen darin die Änderungen aus der grundlegenden Überarbeitung des IAS 31 auf und stellen insbesondere die neue Konzeption zur Abgrenzung gemeinschaftlicher Vereinbarungen vor. Darüber hinaus erläutern sie deren Auswirkungen auf die Bilanzierungspraxis. Ebenfalls mit der Konzernrechnungslegung, allerdings mehr aus nationaler Perspektive, befassen sich Christian Landgraf und Dr. Benjamin Roos in ihrem Beitrag zum DRS 19. Sie untersuchen, inwiefern die dort enthaltenen Regelungen zur Aufstellungspflicht eines Konzernabschlusses sowie zur Abgrenzung des Konsolidierungskreises im Einklang mit den internationalen Standards stehen, wobei sowohl die aktuell gültigen als auch zukünftigen Regelungen betrachtet werden. Prof. Dr. Hans-Jürgen Kirsch und Dr. Corinna Ewelt-Knauer widmen sich der Bilanzierung von Finanzgarantien nach IFRS, die sich in der bisherigen Praxis als strittig erweist, da sowohl der Ausweis solcher Absicherungen gegen Forderungsausfälle im Zugangszeitpunkt als auch deren Folgebilanzierung in der Literatur umstritten sind. Mit der Berichterstattung über Chancen im Lagebericht setzt sich Karsten Eisenschmidt auseinander. Anhand eines Scoring-Modells untersucht er die Qualität der praktischen Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen zur Chancenberichterstattung. Im zweiten Teil ihres Beitrags erläutern Ulf Jessen, Dr. Andreas Haaker und Henry Briesemeister ihr im ersten Teil (siehe KoR 2011 S. 313) vorgestelltes Konzept für einen Rückstellungstest auf Bank- bzw. Zinsbuchebene anhand eines umfangreichen Beispiels eines Bankbuches mit realen Datenbeständen. Einen Rückblick auf die in Teilen turbulente Schmalenbach-Tagung zu den EU-Reformvorhaben im Bereich der Abschlussprüfung und Corporate Governance geben Philipp Obermüller und Sebastian Riemenschneider in ihrem Tagungsbericht, bevor sich Prof. Dr. Winfried Melcher, Katrin David und Thomas Skowronek in ihrer Fallstudie mit der Bilanzierung von überdotierten Rückstellungen infolge der Umstellung auf das BilMoG auseinandersetzen.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

Sebastian Boochs

© FB, Fachverlag der Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH 2009
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