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CFB vom 10.09.2012, Heft 06 , Seite 276 - 284, CFB0483534

Bauern an die Börse? - Zur Aktienperformance von IPOs landwirtschaftlicher Unternehmen


Gliederung

I.Einleitung
II.Literaturüberblick
III.Datensatz
IV.Methodologie
V.Kurzfristige Zeichnungsrenditen von IPOs im Agrarsektor
VI.Langfristige Performance von IPOs im Agrarsektor
VII.Zusammenfassung und Ausblick

Einleitung

Die Agrarindustrie stellt bis heute die wichtigste Erwerbsquelle und den größten Wirtschaftszweig der Welt dar. 2,6 Mrd. Menschen (etwa 40% der Weltbevölkerung) leben größtenteils von der Landwirtschaft. Dennoch war der Agrarsektor über einen längeren Zeitraum ein eher schrumpfendes Wirtschaftssegment, in dem es über viele Jahrzehnte einen Trend sinkender Agrarpreise und wachsender Agrarüberschüsse gab.

Die Entwicklung der Weltagrarmärkte in den letzten Jahren zeigt jedoch, dass sich dieser Verlauf umgekehrt hat. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung, des steigenden Wohlstands in den Entwicklungs- und insbesondere den Schwellenländern, der zunehmenden Energieproduktion aus Agrarrohstoffen und der seit Jahren nicht erweiterten landwirtschaftlichen Nutzfläche werden Agrargüter immer knapper. Agrarpreise steigen in zuvor nicht gekannte Höhen und machen den Landwirtschaftssektor zu einem finanzwirtschaftlich aussichtsreichen Zukunftsmarkt. Infolge der stetig steigenden weltweiten Nachfrage nach Agrargütern und dem nur langsam wachsenden Angebot kann davon ausgegangen werden, dass sich die Entwicklung steigender Preise für Agrargüter auch in Zukunft fortsetzen wird. Unklar ist dabei allerdings, inwieweit auch die Aktionäre und Eigentümer landwirtschaftlicher Unternehmen Profiteure des Agrarbooms sind.

Mit den Börsengängen (Initial Public Offerings; IPOs) von KTG Agrar und Tonkens Agrar hat die Kapitalmarktfinanzierung von Unternehmen aus dem Bereich der Landwirtschaft auch in Deutschland viel neue Aufmerksamkeit erfahren. Diese IPOs zeigen, dass durch den Boom agrarischer Rohstoffe die Landwirtschaft immer mehr in den Fokus der Finanzwelt rückt und Kapitalmarktfinanzierungen grundsätzlich realisierbar sind. Der Gang an die Börse schien zeitweise sogar für landwirtschaftliche Unternehmen dank des guten Umfeldes zunehmend attraktiv zu sein. Gerade diese Euphorie für landwirtschaftliche Erzeugnisse und die zahlreichen Studien zum Einfluss von Spekulation auf Rohstoffpreise und damit auf Hunger und Armut in der Dritten Welt geben Anlass zur Vermutung, dass die Performance von Börsenneulingen in diesem Segment gleichfalls von Euphorie getrieben sein könnte und dadurch Kursmuster generiert, die von den Erkenntnissen historischer industrieüberschreitender Untersuchungen abweichen.

Nachfolgend wird deshalb untersucht, wie renditestark Aktien von landwirtschaftlichen Unternehmen nach ihrem Börsengang waren. Anhand von 52 IPOs landwirtschaftlicher Unternehmen aus den entwickelten Ländern und 92 Neuemissionen landwirtschaftlicher Unternehmen aus den Schwellenländern zwischen 1999 bis 2011 wird ermittelt, inwieweit in diesem Segment industrieübergreifende Renditemuster mit kurzfristig positiven Zeichnungsrenditen und langfristig einer negativen Performance ebenfalls zu beobachten sind.


Informationen zu den Autoren

Prof. Dr. Dirk Schiereck ist Lehrstuhlinhaber des Fachgebiets Unternehmensfinanzierung der Technischen Universität in Darmstadt. Dr. Steffen Meinshausen und Zvonimir Pusic sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Fachgebiet von Professor Schiereck. Diese Untersuchung wurde finanziell durch die Wissenschaftsförderung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands unterstützt.


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