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CFB vom 09.01.2012, Heft 01 , Seite 7 - 16, CFB0462429

Grenzpreiswirkung der steuerlichen Behandlung von Verlustvorträgen im Rahmen von Unternehmenstransaktionen

Die Regelung des § 8c KStG führte in der Fassung nach dem Unternehmensteuerformgesetz 2008 zum Untergang eines bestehenden Verlustvortrags, wenn das Unternehmen im Rahmen eines Share-Deals veräußert wurde. Die hierdurch bedingte steuerliche Transaktionshemmnis, konnte durch eine Veräußerung im Rahmen eines Asset-Deals vermindert werden. Durch die mit dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz 2010 vorgenommene Erweiterung des § 8c KStG um eine stille Reserven-Regel kann der Verlustvortrag im Rahmen des Share-Deals erhalten und in zukünftigen Perioden verrechnet werden. Der vorliegende Beitrag untersucht die Vorteilhaftigkeit der alternativen Transaktionsformen anhand eines Grenzpreiskalküls auf Basis des aktuellen Rechtsstands.

Gliederung

I.Einleitung
II.Aktueller Stand der Diskussion
III.Modellannahmen und Gang der Untersuchung
IV.Grenzpreise ohne Verlustvortrag
 1.Grenzpreis des Veräußerers
 2.Grenzpreis des Erwerbers
V.Auswirkung eines bestehenden Verlustvortrags auf die Grenzpreise
 1.Vollumfängliche Nutzung des Verlustvortrags (Fall I)
 2.Eingeschränkte Nutzung des Verlustvortrags (Fall II)
VI.Beispielrechnung
 1.Verlustbedingte Grenzpreisdifferenz
 2.Gesamtgrenzpreis-differenz
VII.Zusammenfassung

Einleitung

Mit dem Steuerreformgesetz 1990 wurde die sogenannte Mantelkaufregelung eingeführt, um den Handel mit steuerlichen Verlustvorträgen zu unterbinden. Die Neufassung der Mantelkaufregelung im Zuge der Unternehmensteuerreform 2008 wurde jüngst durch das Wachstumsbeschleunigungsgesetz 2010 um eine stille Reserven-Regel erweitert. Dabei blieb der Kern der Regelung erhalten: Ein schädlicher Erwerb der Anteile an einer Kapitalgesellschaft löst den Untergang eines bestehenden steuerlichen Verlustvortrags aus.

Nach der Unternehmensteuerreform 2008 wird von einem schädlichen Beteiligungserwerb ausgegangen, wenn mindestens 25% der Anteile an einen Erwerber übertragen werden. Im Fall des Erwerbs von weniger als 50% der Anteile geht der auf Ebene des veräußerten Unternehmens bestehende Verlustvortrag anteilig und ansonsten vollständig unter. Die im Rahmen eines Share-Deals versagte Verlustnutzung motivierte bei Vorliegen hoher steuerlicher Verlustvorträge die Transaktion im Wege eines Asset-Deals. Hierbei können Verluste in Höhe der im Rahmen der Transaktion aufgedeckten stillen Reserven unmittelbar verrechnet werden.

Durch die Erweiterung des § 8c KStG mit dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz 2010 kann ein Verlustvortrag trotz eines schädlichen Share-Deals erhalten bleiben und zu Steuerersparnissen in zukünftigen Perioden führen. Es stellt sich somit die Frage, welche Transaktionsform unter der derzeit geltenden Rechtslage ertragsteuerlich vorteilhaft ist. Neben der Behandlung eines bestehenden steuerlichen Verlustvortrags bezieht der vorliegende Beitrag auch die grundsätzlichen Unterschiede zwischen Share-Deal und Asset-Deal in den steuerlichen Vorteilhaftigkeitsvergleich ein.


Informationen zu den Autoren

Dipl.-Ök. Dirk Langkau ist Mitarbeiter der Steuerabteilung von Deloitte in Düsseldorf und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre von Herrn Professor Dr. Heiko Müller an der Ruhr-Universität Bochum, E-Mail: [email protected]

Dipl.-Kfm. Sebastian Wiese ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre von Herrn Professor Dr. Heiko Müller an der Ruhr-Universität Bochum, E-Mail: [email protected]


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