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CFB vom 10.10.2011, Heft 07 , Seite 404 - 408, CFB0427463

Die Performance der Luxusgüterindustrie - Eine internationale Untersuchung

Das wachsende Interesse der Finanzdienstleistungsbranche an der Luxusgüterindustrie als Anlageuniversum nimmt der vorliegende Beitrag zum Anlass, sich eingehender mit der kapitalmarktbasierten Performance der Luxusgüterindustrie zu beschäftigen. Dazu wird ein repräsentatives globales Luxus-Portfolios konstruiert, das eine fundierte empirische Analyse über einen Beobachtungszeitraum von annähernd 30 Jahren gestattet. Im Rahmen dieser Untersuchung wird auch ein internationales Fama-French-Carhart Mehrfaktorenmodell zur Performance- und Style-Analyse verwendet, das die Renditetreiber des Luxus-Portfolios identifiziert.

Gliederung

I.Einleitung
II.Das Luxusgut - Definition und Abgrenzung
III.Empirische Untersuchung
 1.Datenbasis
 2.Rendite-Risiko-Charakteristika
 3.Performance- und Style-Analyse
IV.Zusammenfassung

Einleitung

"Luxus hat immer Konjunktur" - In dieser Redensart scheint viel Wahres zu stecken. Betrachtet man den weltweiten Umsatz der Luxusgüterindustrie in den letzten 15 Jahren, so ist ein relativ kontinuierliches Wachstum dieses Marktsegmentes zu beobachten, wie Abb. 1 veranschaulicht. Nachdem die weltweiten Umsätze im Zuge der Finanzkrise von 2007 bis 2009 zwar um rund 17 Mrd. € abgenommen haben, konnte bereits 2010 der alte Höchststand von 170 Mrd. € (2007) überschritten werden.

Das anhaltende Wachstum der Branche lässt sich insbesondere durch drei Merkmale charakterisieren. Erstens, die Luxusgüterindustrie profitiert von einer weltweit expandierenden Zielgruppe. Auf der einen Seite führt die sog. Demokratisierung des Luxus wegen des zunehmenden Wohlstandes der mittleren Gesellschaftsschichten in den Industrienationen zu einem breiteren Konsumentenkreis. Auf der anderen Seite etablieren sich in den Schwellenländern wie China, Russland und Brasilien entsprechende Absatzmärkte mit zunehmender Bedeutung. Derzeit ist der europäische Absatzmarkt noch für den größten Anteil am weltweiten Umsatz mit Luxusartikeln verantwortlich (37%). Die aktuellen Entwicklungen deuten jedoch daraufhin, dass der chinesische Absatzmarkt in den nächsten fünf bis zehn Jahren diese Position einnehmen wird. Zweitens, gilt die Luxusgüterindustrie als relativ unabhängig vom vorherrschenden konjunkturellen Trend. Dies ist vor allem auf die starke Markenbindung der Zielgruppe zurückzuführen. Schließlich, zeichnet sich die Luxusgüterindustrie im Vergleich zu anderen Branchen durch sehr hohe Gewinnmargen von bis zu 55% aus, die die hohe Profitabilität des Geschäftsfeldes hervorheben.

In Anbetracht dieser Eigenschaften, hat die Finanzdienstleistungsbranche die Luxusgüterindustrie als neues Anlageuniversum für sich entdeckt. So wurden in den letzten Jahren nicht nur entsprechende Investmentfonds aufgelegt, sondern auch Indizes, deren zugrundeliegender Aktienkorb sich aus Luxus-Titeln zusammensetzt. Im Februar 2007 wurde von der Deutschen Börse der World Luxury Index (ISIN: DE000A0LLPU8) aufgelegt, der die 20 größten und liquidesten Aktien der Luxusgüterindustrie weltweit zusammenfasst. Die Zuordnung eines Unternehmens zur Luxusgüterindustrie erfolgt hierbei, wenn Luxusartikel zu mehr als 50% des Gesamtumsatzes beitragen. Ein ähnlicher Aktienindex mit 30 von einem Komitee ausgewählten Luxus-Titeln wurde im Mai 2008 von Dow Jones Indexes (Ticker: DJLUX) eingeführt. Das Fondsuniversum ist ebenfalls noch sehr jung. So wurden vor allem in den letzten fünf Jahren vermehrt Fonds aufgelegt, deren Anlagefokus auf die Luxusgüterindustrie gerichtet ist. Der ING Invest Prestige & Luxe (ISIN: LU0119214772) gehört hierbei mit einem Alter von über 13 Jahren zu den am längsten am Markt existierenden Luxus-Fonds.

Diese Entwicklungen nimmt der vorliegende Beitrag zum Anlass, sich eingehender mit der Performance der Luxusgüterindustrie zu beschäftigen. Da das junge Fonds- und Indexuniversum infolge seiner kurzen Zeitreihen eine aussagekräftige Performancestudie (noch) nicht ermöglicht, wird in dieser Arbeit ein repräsentatives globales Luxus-Portfolio konstruiert, das eine fundierte empirische Analyse über einen Beobachtungszeitraum von annähernd 30 Jahren gestattet. Im Rahmen dieser Untersuchung wird auch ein internationales Fama-French-Carhart Mehrfaktorenmodell zur Performance- und Style-Analyse verwendet, das die Renditetreiber des Luxus-Portfolios identifiziert.

Der Artikel gliedert sich dazu wie folgt. In Abschnitt II wird zunächst der Begriff des Luxusgutes aus wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive näher beleuchtet. In Abschnitt III werden die Datenbasis, Methodik sowie die Ergebnisse der empirischen Untersuchung präsentiert. Der Beitrag schließt mit einer Zusammenfassung.


Informationen zu den Autoren

Dipl.-Kfm. Christian Walkshäusl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Center of Finance und Lehrstuhl für Finanzdienstleistungen an der Universität Regensburg.

Stefanie Meier, B.Sc. ist Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Finanzdienstleistungen an der Universität Regensburg und Honors-Masterstudierende im Fachbereich Betriebswirtschaftslehre im Elitenetzwerk Bayern.

Prof. Dr. Klaus Röder ist Inhaber des Lehrstuhls für Finanzdienstleistungen an der Universität Regensburg.


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