CFB vom 09.01.2012, Heft 01
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Wachstumschancen durch Zusammenarbeit von Private Equity-Gesellschaften und Unternehmen
Unternehmen wie Investoren attestieren, dass ein Private Equity-Engagement langfristige Wachstumschancen eröffnet, so die aktuelle Studie GROW! der Dortmunder Managementberatung Mandat unter Private Equity-Gesellschaften und Unternehmen. Neun von zehn Befragten (92%) bewerten die Wachstumsperspektive der Beteiligungsunternehmen als langfristig positiv.
"Die Beziehungen zwischen Private Equity-Gesellschaften und Unternehmen sind besser als ihr Ruf", konstatiert Mandat-Geschäftsführer Prof. Dr. Guido Quelle. "Nur wird mancherorts das Wachstumspotenzial, das in einer guten Zusammenarbeit liegt, durch unklare Ziele und diffuse wechselseitige Verantwortungen vergeben. Hausgemachte Wachstumsbremsen sind die Folge, die es - mitunter mühsam - zu lösen gilt."
Die wesentlichsten Erfolgspotenziale eines Private Equity-Engagements sehen Unternehmen und Investoren gleichermaßen in den Bereichen Finanzierung, Organisation und Führung. Die daraus resultierenden Projekte bezeichnen neun von zehn Investoren (93%) und knapp drei Viertel der Unternehmen (73%) in ihrer Anzahl als angemessen. Ähnliches gilt für deren konsequente Umsetzung (79% Zustimmung bei Unternehmen, 81% bei Investoren). Auch sind die Befragten überwiegend von der Richtigkeit der Projekte überzeugt. Jedoch hapert es bei den Projektprioritäten und den eingeplanten Ressourcen: Mehr als ein Drittel der Unternehmen (35%) sieht die Prioritäten als weniger oder nicht sinnvoll gesetzt. Die Ressourcen zur Projektumsetzung beurteilen sogar mehr als zwei Drittel der Unternehmen (65%) als weniger bzw. nicht ausreichend eingeplant und vorhanden.
"Investoren können dazu neigen, den Unternehmen die zukünftige Strategie in die Feder zu diktieren", erklärt Studienleiter Fabian Woikowsky. "Dabei können durch das Erarbeiten der Strategien durch die Unternehmensführung und deren gemeinsame Abstimmung die Fähigkeiten des ausgewählten Managements geprüft und zudem ein direktes Commitment zur Umsetzung erreicht werden."
Erwartungsgemäß dominieren bei den eingesetzten Kennzahlen, ob sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg befindet, die quantitativen Werte: EBITDA, Umsatz, Free Cash Flow und Umsatzrendite. Warum sie diese Messgrößen für erfolgreiches Wachstum einsetzen, begründen die Studienteilnehmer relativ einig mit deren Relevanz für die Unternehmensbewertung (50% Zustimmung bei Investoren, 58% bei Unternehmen). Für jede zweite Private Equity-Gesellschaft (53%) berücksichtigen die Messgrößen zudem die zukünftige Wertentwicklung, diese Einschätzung teilt nur knapp jedes dritte Unternehmen (31%). Bei der Verfolgung langfristiger Wachstumsziele setzen die Befragten auf weitere Kenngrößen: Hierfür sehen Private Equity-Gesellschaften zu zwei Dritteln (66%) den Marktanteil als wichtig an, jedoch nur ein knappes Viertel (23%) der Unternehmen. Drei von fünf Unternehmensführern räumen mit Marke/Image und Kundenzufriedenheit den eher qualitativen Zielen eine hohe oder eher hohe Priorität ein. Auch knapp die Hälfte der Investoren fokussiert - entgegen üblichen Erwartungen - die Verbesserung dieser nachhaltig und langfristig wirksamen Kenngrößen.
Die Studie untersucht auch die tatsächliche Ausgestaltung der Zusammenarbeit von Unternehmensführung und Private Equity-Gesellschaften. Ihr Ziel ist es, die Erfolgsfaktoren für eine wachstumsstimulierende Wirkung herauszuarbeiten und empirisch zu belegen. Hierzu wird hinterfragt, wie die Beteiligten kooperieren und wie geschäftsverändernde Projekte initiiert, beschlossen und umgesetzt werden.
Für die Studie GROW! wurden im Zeitraum November 2010 bis Mai 2011 bundesweit 56 fragebogengestützte Interviews geführt. Befragt wurden sowohl Investmentmanager auf Private Equity-Seite als auch Entscheidungsträger auf Unternehmensseite. Der Fokus der Befragten lag auf dem genuinen Private Equity-Umfeld und somit auf Beteiligungen an etablierten Unternehmen, nicht auf gründungsbezogenen Engagements.
In der Auswertung wurden die Erfolgsfaktoren der Zusammenarbeit herausgearbeitet.
Weitere Infos zur Studie unter http://www.mandat.de.
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