CFL vom 30.08.2010, Heft 5
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Pharmahändler Phoenix gelingt milliardenschwere Umschuldung
Die Phoenix Pharmahandel GmbH & Co KG hat ihre Umschuldung abgeschlossen. Hauptbestandteil ist ein Konsortialkredit über 2,6 Mrd. € mit einer Laufzeit bis Ende 2013. Phoenix schloss den Kredit mit 17 Banken ab, darunter die Bayerische Landesbank, Commerzbank, Deutsche Bank, LBBW, Landesbank Hessen-Thüringen und WestLB aus Deutschland sowie u.a. HSBC und Royal Bank of Scotland aus dem Ausland. Darüber hinaus begibt Phoenix über die Tochtergesellschaft Phoenix PIB Finance B.V. eine unbesicherte Anleihe über 500 Mio. € mit einer Laufzeit von vier Jahren und einem Kupon von 9,625%. Der Ausgabekurs liegt bei 98,8%. Moody's hat die Anleihe mit B1 bewertet, das Unternehmensrating liegt ebenfalls bei B1. Gleichzeitig ist vorgesehen, dass die Phoenix-Gesellschafter 500 Mio. € frisches Eigenkapital in Phoenix investieren. Die VEM Vermögensverwaltung GmbH, die die Finanzierung der Merckle Gruppe bis zu ihrem Zusammenbruch steuerte, zahlt zudem ein Darlehen über 410 Mio. € an Phoenix zurück. Die Merckle Gruppe war Ende 2008 in finanzielle Turbulenzen geraten, als der Familienpatriarch Adolf Merckle auf sinkende VW-Kurse wettete, der Kurs der VW-Aktie aber tatsächlich so stark stieg, dass VW zweitweise das teuerste Unternehmen der Welt war. Die Gruppe konnte nur deshalb überleben, weil sie mit rund 60 Gläubigerbanken ein Stillhalteabkommen und eine Zwischenfinanzierung vereinbarte. Lohn der Bemühungen ist, dass der Merckle-Gruppe nun der Verkauf von Phoenix erspart bleibt. Mit 21,3 Mrd. € Umsatz war Phoenix im vergangenen Jahr hinter der Alliance Boots Plc und der Stuttgarter Celesio drittgrößter Pharmahändler in €pa und beschäftigt 23.000 Mitarbeiter.
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