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CFL vom 30.08.2010, Heft 5 , Seite 4 - 4, CFLCFL_1005M04C

Erneute Milliardenübernahme: BASF erwirbt Cognis


Die BASF SE hat den Wettbewerber Cognis von der Cognis Holding Luxembourg S.à r.l. übernommen, die den Finanzinvestoren Permira, Goldman Sachs Capital Partners und SV Life Sciences gehörte. BASF zahlt den Kaufpreis von 700 Mio. € in bar. Zusammen mit den Nettofinanzschulden von 2 Mrd. € und Pensionsverpflichtungen von 503 Mio. € ergibt sich ein Unternehmenswert von 3,1 Mrd. €, berichtet die F.A.Z. Dies entspricht dem Achtfachen des operativen Gewinns von Cognis im vergangenen Jahr. Mit der Übernahme der Schulden ist BASF auch verpflichtet, Cognis-Anleihen zu bedienen, für die das rheinische Spezialchemieunternehmen wegen seiner schwachen Bonität 9,5% Zinsen zahlen muss. In den Anleihebedingungen ist zwar vorgesehen, dass Cognis die Anleihe Mitte Mai 2011 zu 101,583% kündigen kann; nach Angaben der Rating-Agentur Moody's will BASF jedoch nicht so lange warten, sondern die Anleihen schon demnächst ablösen. BASF setzte sich in einem Bieterwettbewerb gegen das US-Chemieunternehmen Lubrizol durch, obwohl die Amerikaner einen höheren Kaufpreis boten. Die Cognis-Gesellschafter bezweifelten laut Branchenkreisen, dass Lubrizol den Kauf finanzieren kann. Cognis gehörte früher zum Waschmittel- und Klebstoffkonzern Henkel, wurde 1999 ausgegründet und zwei Jahre später an Goldman Sachs und Permira veräußert. Im Vorfeld der jüngsten Transaktion hatten die Verkäufer im Rahmen eines "Dual Track"-Prozesses parallel auch einen Börsengang vorbereitet. Sie befürchteten jedoch, angesichts des unsicheren Börsenumfelds den gewünschten Preis nicht durch einen IPO zu bekommen. Cognis erzielte im Jahr 2009 einen Umsatz von ca. 2,6 Mrd. € und ein EBITDA von 322 Mio. €. Das Unternehmen mit Sitz in Monheim bei Düsseldorf soll in das BASF-Segment Performance Products integriert werden, das 2009 9,4 Mrd. € umsetzte. Wie schon zuvor bei anderen Übernahmen, bearbeitete die Rechtsabteilung von BASF die Transaktion größtenteils selbst. Dr. Bettina Steinhauer von Clifford Chance kümmerte sich um die rechtlichen Fragen der Finanzierung. Lubrizol wurde von Jones Day (Leitung: Robert Profusek) und von Wachtell Lipton Rosen & Katz (Leitung: Steven Rosenblum und Stephanie Seligman) beraten. Die Cognis Eigentümer setzten auf Freshfields (Leitung: Dr. Andreas von Werder).

© CFL, Fachverlag der Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH 2012
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