CFL vom 30.08.2010, Heft 5
, Seite 4 - 4, CFLCFL_1005M04A
Außenwerber Ströer startet erfolgreich an die Börse
Der Außenwerbespezialist Ströer Out-of-Home Media ist seit Mitte Juli 2010 im Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet. Mit einem Emissionserlös von 394 Mio. € war es der bislang drittgrößte Börsengang in diesem Jahr. Der Unternehmenswert entspricht ungefähr dem achtfachen EBITDA, das Analysten für 2011 erwarten. Die Aktien waren den Investoren in einer Spanne von 17 bis 24 € angeboten worden, der Ausgabepreis wurde schließlich auf 20 € festgelegt. Lediglich 1% der Aktien wurde an Privatanleger ausgegeben. Mit Hilfe der beiden Emissionsbanken Morgan Stanley und J.P. Morgan, die von Commerzbank, Credit Agricole und WestLB unterstützt wurden, platzierte Ströer 19,8 Mio. Aktien, davon 13,8 Mio. aus einer Kapitalerhöhung, über die das Unternehmen 275 Mio. € erlöste und 35,8 Mio. € aus einer Mehrzuteilungsoption. 83,2 Mio. € erzielte der Finanzinvestor Cerberus durch den Verkauf von 4,1 Mio. Aktien, auf die er 2004 eine Option erhalten hatte, nachdem er Ströer beim Kauf der Deutschen Eisenbahn-Reklame GmbH finanziell unterstützt hatte. Die beiden Ströer-Hauptaktionäre, der Mitgründer Udo Müller (48) und der Sohn des zweiten Gründers, Dirk Ströer, behielten ihre Anteile und sind zusammen mit 55% am Grundkapital beteiligt. Ströer finanziert mit dem Emissionserlös die Übernahme des polnischen Außenwerbers News Outdoor Poland sowie die Aufstockung seiner Anteile am türkischen Joint Venture Ströer Kentvizyon von 50 auf 90%. Den Rest verwendet das Unternehmen, um seine Schulden abzubauen, die bei 450 Mio. € liegen. Das Kölner Unternehmen wurde von Freshfields (Leitung: Dr. Andreas König) beraten. Morgan Stanley und J.P. Morgan mandatierten Allen & Overy (Leitung: Dr. Oliver Seiler), während Weil Gotshal (Leitung: Dr. Heiner Drüke) Cerberus unterstützte.
© CFL, Fachverlag der Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH 2012