Contentpartner

Dieses Dokument in 'Meine Akten' ablegen Dieses Dokument zum Druck aufbereiten

CFL vom 19.12.2011, Heft 08 , Seite 427 - 427, CFLCFL_110427A

Insolvenzordnung


Bild vergrößern

Die konjunkturellen Aussichten haben sich zum Jahresende 2011 eingetrübt. Führende Volkswirte gehen davon aus, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2012 nur noch um 0,8 Prozent wachsen wird. Für die Eurozone rechnen sie mit einer Rezession in Winterhalbjahr 2011/2012 und für die nächsten zwölf Monate mit einer Stagnation des BIP. Weil angesichts dessen die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2012 wieder zunehmen dürfte, ist die Neuauflage des praxisbewährten Heidelberger Kommentars zur Insolvenzordnung zur rechten Zeit auf den Markt gekommen.

Herausgeber Dr. Gerhart Kreft, Vorsitzender Richter am BGH a.D., hat für diese sechste Auflage insgesamt 15 renommierte Bearbeiter gewinnen können, darunter amtierende und ehemalige Richter am BGH, BAG und BPatG, Hochschullehrer sowie Rechtsanwälte. Das Gesamtwerk zeichnet sich durch eine große Praxisnähe aus; so werden die Vorschriften ganz überwiegend entlang der instanzgerichtlichen und höchstrichterlichen Judikatur kommentiert. Ein durchweg umfassender Fußnoten-Apparat zum einschlägigen Schrifttum bietet ferner ausreichend Quellen zur detaillierten Recherche für die Beratungspraxis.

Zum anderen werden die Vorschriften einer wissenschaftlichen Analyse unterzogen, was den Heidelberger Kommentar zur Insolvenzordnung zu einem hervorragenden Nachschlagewerk zwecks vertiefenden Verständnisses der insolvenzrechtlichen Normen macht.

Im ersten Kapitel widmen sich die Kommentatoren der Insolvenzordnung. Darin werden u.a. die seit der letzten Auflage im Jahr 2008 in Kraft getretenen Neuregelungen eingehend erörtert. So beleuchten die Verfasser die Insolvenzantragspflichten der Organe von juristischen Personen i.S.v. § 15a InsO sowie die Besicherung und Rückgewähr von Gesellschafterdarlehen (§§ 19, 39, 44a, 135, 143 InsO). Des Weiteren werden die aufgrund des Gesetzes zur Reform des Kontenpfändungsschutzes und der transformierten Zahlungsdiensterichtlinie sowie des Haushaltsbegleitgesetzes 2011 (§ 14 Abs. 1 und 3; § 55 S. 4 InsO) geänderten und ergänzten Vorschriften kommentiert.

Auch im Hinblick auf das für 01.01.2012 geplante Inkrafttreten des Gesetzes zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) hält der Kommentar weiterführende Erläuterungen bereit. Der künftige Wortlaut der zu ändernden Normen findet sich dort ebenso wie eine Erläuterung der Anpassungen. So wird die Verfahrenseröffnung mit einem unter bestimmten Voraussetzungen obligatorischen Gläubigerausschuss erörtert. Ferner befassen sich die Kommentatoren mit der Neuerung, dass Gläubiger künftig erhöhten Einfluss auf die Verwalterbestellung haben (§ 56 InsO) und unterstreichen, dass immerhin Einstimmigkeit verlangt werde mit Blick auf den Vorschlag des vorläufigen Gläubigerausschusses. Als ein wesentlicher Bestandteil des ESUG werden die bevorstehenden Änderungen der Vorschriften zur Eigenverwaltung i.S.d. §§ 270 ff. InsO aufgegriffen und dabei Regelungen zum Eröffnungsverfahren, zur Vorbereitung einer Sanierung sowie zur nachträglichen Anordnung vertiefend erörtert. Ferner finden die Neuerungen zum Insolvenzplan (§§ 217 ff. InsO) Berücksichtigung.

Im zweiten Kapitel wird das Einführungsgesetz zur Insolvenzordnung kommentiert. Im dritten Kapitel findet sich der Gesetzestext des Anfechtungsgesetzes, gefolgt von einer Kommentierung des des Sozialgesetzbuches III im vierten Kapitel mit besonderem Fokus auf die im Rahmen von Insolvenzverfahren praxisbedeutsamen Aspekte der Arbeitsförderung, insbesondere des Insolvenzgeldes.

Das fünfte Kapitel ist eine Kommentierung der insolvenzrechtlichen Vergütungsverordnung und somit in monetärer Hinsicht für den Insolvenzverwalter interessant.

Abschließend werden im sechsten Kapitel die Vorschriften der EU-Verordnung über das Insolvenzverfahren (EuInsVO) eingehend kommentiert.

Insgesamt ist der Heidelberger Kommentar zur Insolvenzordnung insbesondere für auf Restrukturierung/Sanierung spezialisierte Rechtsanwälte sehr zu empfehlen.

Gerhart Kreft (Hrsg.): Insolvenzordnung C.F. Müller, Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH, 6. neu bearbeitete Auflage 2011, 2457 S., 159,95 €.

© CFL, Fachverlag der Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH 2012
Neu im CF-Fachportal
Finanzen im Mittelstand