FB vom 10.04.2007, Heft 4
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Social Entrepreneurship und Finanzierung
Weltweit gibt es schon seit einigen Jahren eine Entwicklung, die sich der Gründung einer ganz speziellen Art von Unternehmen widmet: Den Social Entrepreneurs. Hierunter wird nicht ein sozial agierender Unternehmer verstanden, sondern ein Unternehmer, der soziale Probleme mit unternehmerischem Instrumentarium löst. Es geht somit vor allem um Themen wie Integration, Bildung und Umwelt. Ein wesentlicher Unterschied zu einem klassischen Unternehmer ist im Business Case zu sehen, der sich auf eben diese Sektoren konzentriert. Die Konsequenzen hieraus sind weitreichend. Während für klassische Unternehmer ein bereits ausführlich analysiertes Instrumentarium und unterschiedlichste Institutionen zur Verfügung stehen, ist diese Entwicklung in Deutschland für Social Entrepreneurs bisher noch in einem Anfangsstadium. Zumeist sind es Förderer wie Ashoka, BonVenture oder Schwab, die eine Anschubfinanzierung und/oder Netzwerke zur Verfügung stellen. Betrachtet man die europäische Landkarte, zeigt sich ein anderes Bild. Auffällig sind dabei die Analogien zur Venture-Capital-Branche: So existiert mit der European Venture Philanthropy Association (EVPA) ein Verband, in dem zahlreiche ehemalige Venture Capitalisten aktiv sind. Die hier diskutierten Instrumente wie mehrjährige finanzielle und nicht-finanzielle Unterstützung, Sicherung der Anschlussfinanzierung oder Erfolgsmessung sind zwar grundsätzlich bekannt. Gerade die Erfolgsmessung stellt jedoch für Social Entrepreneurs weiterhin eine Herausforderung dar. Dies liegt vor allem in den nicht-finanziellen Zielen, deren Formulierung und Messung bereits in etablierten Unternehmen als Subziele eine Herausforderung darstellt. Die Messung des Social Impact wird europaweit anhand einer Reihe von Ansätzen diskutiert. Der Forschungsbedarf ist aber weiterhin beachtlich. In der Forschung gibt es auch in Deutschland erste zarte Pflänzchen. So haben sich mittlerweile einzelne Forscher an den Ethik- und Entrepreneurship-Lehrstühlen dieses Themas angenommen. Beim G-Forum 2006 wurde dann unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Bassen der Arbeitskreis Social Entrepreneurship des Förderkreis Gründungsforschung (FGF) ins Leben gerufen. Wir können uns freuen, dass sich die Werte-Diskussion in der Gesellschaft auch in der Gründungsforschung fortsetzt und hoffentlich eine Reihe innovativer Lösungen für wichtige und aktuelle soziale Probleme bieten wird.
Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner, KfW-Stiftungslehrstuhl für Entrepreneurial Finance
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